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Schiffswerft Rechlin
Schwerer Anfang 1948
- Viel Improvisation und viele Reparaturarbeiten - Der Bootsbau beginnt! -
Als Gründungstag der Schiffswerft gilt der 18. Juni 1948. Da dies urkundlich nicht belegt ist, läßt es sich nur von dem ältesten Arbeitsvertrag gleichen Datums (von Herbert Rosenthal) ableiten. Auf dem Gelände stehen nur noch wenige, teilweise beschädigte Gebäude ohne Fenster, Türen und Fußböden (u.a. Turm der Seehalle). Viel Schutt wurde beiseite geräumt und Bombentrichter eingeebnet. Jeder Arbeiter mußte sein Werkzeug selbst mitbringen Die "Mechanischen Werkstätten" werden im August von der Schiffswerft übernommen. Büroräume für Verwaltung und Konstruktion befinden sich zunächst in einem Doppelhaus der Mittelstraße.
Die ersten Produkte sind Ackergeräte und Sportboote. Im September 1949 beginnt die Berufsausbildung, und 1950 arbeiten 83 Arbeiter und Angestellte in der Schiffswerft. Produziert und repariert wird in den fünfziger Jahren zunehmend für den Großschiffbau.
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Im Neuen Deutschland vom 13. 10. 1948 erschien folgender Artikel:
Neue Schiffswerft Rechlin! „Auf dem ehemaligen Flugplatz Rechlin am Ufer der Müritz im Kreis Waren ist eine Schiffswerft im Entstehen. Sie soll Reparaturen an Binnenfahrzeugen aller Art ausführen. Aber auch der Bau von neuen Schleppern, Fahrzeugen und Lastkähnen mit und ohne maschinellem Antrieb sowie Fischereifahrzeugen ist vorgesehen.
300 Arbeiter sind bereits in den Arbeitsprozess dieser Werft eingespannt. Noch in diesem Monat wird die neue Werft mit der Reparaturarbeit beginnen, die in der vor der Vollendung stehenden Schiffsschlosserei ausgeführt werden soll. Auch die zum Aufschleppen der Fahrzeuge benötigte Slipanlage wird demnächst fertiggestellt sein. Eine Reihe von weiteren Werkstätten ist im Bau. Die endgültige Fertigstellung der Schiffswerft Rechlin mit deren Aufbau und Leitung der Maschinenbauingenieur Horst Speede beauftragt wurde, wird zum Jahr 1950 erfolgen. Bis Ende nächsten Jahres sollen dort 1.000 Arbeiter Beschäftigung finden."
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Bis 1955 werden durch die Werftarbeiter auch 11 Einfamilien- und 29 Doppelhäuser repariert. es entstehen u.a. bereits Rettungsboote aus Holz und Leichtmetall. Das 1958 in Rostock gegründete Kombinat Schiffbau, zu dem alle Werften und Zulieferer gehören, übernimmt u.a. auch die Leitung der Werft in Rechlin. Diese wird 1963 Spezialbetrieb für Entwicklung und Bau von Rettungsbooten, die ab November 1966 aus glasfaserverstärkten Plasten hergestellt werden. Dazu kommen nach wie vor Konsumgüter, Zulieferteile für den Großschiffbau und Gefriereinrichtungen für Kühlschiffe Insgesamt werden in der Zeit von 1948 bis 1980 ca. 3.800 Rettungsboote (aus Holz, Leichtmetail und GFP) und ca. 4.000 sonstige Boote hergestellt.
1984 wird das GAL-Boot (Geschlossen-Aufrichtend-Lenzend) nach Internationalen und Vorschriften der Seeberufsgenossenschaft entwickelt, vorgestellt. Die Werft hat sich bis zum Ende der achtziger Jahre mit ca. 1.100 Mitbarbeitern zum größten Industriebetrieb im Kreis entwickelt.
Nach der Wende 1990 gibt es auch in Rechlin einschneidende Veränderungen. Die Anzahl der Mitarbeiter sinkt von zunächst 900 auf 430 Beschäftigte. Eine 1991 gegründete Umwelt, Entwicklungs und Qualifizierungsgesellschaft (UEQ dient zunächst als Auffanggesellschaft für die Arbeitslosen der Werft, später für die Arbeitssuchenden der gesamten Region. Die Schiffswerft wird in eine Muttergesellschaft und vier Tochter-Firmen zerteilt, diese gehen nach und nach Konkurs gehen, nur ein kleiner Teil kann in der Schiffswerft Rechlin weiter arbeiten.
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